Sustainicum Collection

Consus Qëllimi i projektit është të krijojë një rrjet rajonal shkencor-shoqëror për risitë e qëndrueshmërisë në Shqipëri e Kosovë me qëllim forcimin e lidhjes dhe bashkëpunimit të institucioneve në fushën e arsimit të lartë, kërkimit dhe praktikës.
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Resource facts

  • unabhängig von der Zahl der Studierenden
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Beschreibung
(als PDF)

Implementierung

Ökologischer Fußabdruck für Urlaub und Reise(Resource ID: 116)

Tourismus und Freizeitaktivitäten stellen einen wesentlichen Anteil des ökologischen Drucks des persönlichen Lebensstils dar. Der Rechner berechnet den ökologischen Druck sowohl für die Tourismus-Mobilität, die Aufwendungen für Unterbringung und Subsistenz, als auch für Freizeitaktivitäten. Dieser Rechner eignet sich als Modul in der Ausbildung von wirtschaftswissenschaftlichen, raumplanerischen und tourismusorientierten Studien. http://www.fussabdrucksrechner.at/de/calculation/tourism

Die Idee des ökologischen Fußabdrucks ist - neben vielen anderen - eine Art der ökologischen Bewertung. Er ist ein Maß dafür, wie stark menschliches Handeln die Natur verändert und belastet. Je mehr Rohstoffe verbraucht und je mehr Schadstoffe produziert werden, desto größer ist der ökologische Druck.

 

Ein Grundprinzip des ökologischen Fußabdruckes ist, das nachhaltige Entwicklung langfristig nur auf das natürliche Einkommen der Sonneneinstrahlung aufbaut. Sonnenenergie treibt alle natürlichen Stoffkreisläufe an, sie ist die Grundlage des Lebens und sie stellt alle erneuerbaren Ressourcen für nachhaltiges menschliches Wirtschaften zur Verfügung. Dieses natürliche, solare Einkommen nimmt unser Planet über seine Oberfläche ein, alle natürlichen und auch menschlichen Prozesse konkurrieren in einer nachhaltigen Gesellschaft daher um diese „Ur-Ressource“ Fläche (und damit um das natürliche solare Einkommen. Daher ist „Fläche“ die Berechnungseinheit für das Konzept des ökologischen Fußabdrucks. Da die Erdoberfläche aber begrenzt ist, ist folglich auch der mögliche Flächenverbrauch limitiert. Damit entsteht das Konzept eines natürlichen Budget: Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet aus dieser Sicht in seiner ökologischen Dimension mit der Oberfläche unseres Planeten und dem damit verbundenen (begrenzten) natürlichen Einkommen auszukommen.

 

Es gibt verschiedene Arten der Berechnung des ökologischen Fußabdrucks, die unterschiedliche Bezüge zwischen Fläche und menschlichen Handlungen herstellen. Eine Berechnungsart stellt der Sustainable Process Index (SPI®) dar. Bei dieser Methode werden alle Stoff- und Energieflüsse, die im Lebenszyklus zur Herstellung eines Produkts oder der Bereitstellung einer Dienstleistung zwischen Anthroposphäre und Natur ausgetauscht werden, berücksichtigt und in Flächen umgerechnet. Dies bedeutet, dass der SPI sowohl den Verbrauch an Rohstoffen als auch entstehende Emissionen und Abfälle berücksichtigt.

 

Die Umrechnung dieser Stoff- und Energieflüsse geschieht nach zwei Prinzipien:

1. Menschliche Materialflüsse dürfen globale Stoffkreisläufe nicht verändern. Dieses Prinzip bezieht sich auf Kreisläufe, wie z. B. den Kohlenstoffkreislauf und bedeutet, dass nicht mehr fossiler Kohlenstoff (aus Kohle, Erdöl, Erdgas, …) in Umlauf gebracht werden darf, als die Meere wieder aufnehmen und sedimentieren können. Wenn mehr in Umlauf gebracht wird (was bei weitem der Fall ist), wird eine größere Fläche benötigt.

2. Menschliche Materialflüsse dürfen die Qualität der lokalen Umwelt nicht verändern. Das bedeutet, dass Schadstoffeinträge in den Boden, in die Luft und ins Wasser die Aufnahmefähigkeit der lokalen Umwelt nicht überschreiten dürfen. Wenn mehr eingebracht wird, braucht es wiederum eine größere Fläche, um die natürliche Aufnahmefähigkeit nicht zu überschreiten.

 

Die Gesamtfläche des Fußabdrucks setzt sich aus folgenden Teilflächen zusammen:

- direkter Flächenverbrauch für Infrastruktur

- Flächenverbrauch für nicht erneuerbare Ressourcen

- Flächenverbrauch für erneuerbare Ressourcen

- Flächenverbrauch für die Aufnahme von fossilem Kohlenstoff

- Flächenverbrauch für Infrastruktur

- Flächenverbrauch für die Dissipation von Emissionen im Wasser

- Flächenverbrauch für die Dissipation von Emissionen im Boden

- Flächenverbrauch für die Dissipation von Emissionen in der Luft

 

In der Bewertung konkreter Produkte oder Dienstleistungen werden dabei immer die gesamten Lebenszyklen zu deren Bereitstellung (also von der „Wiege“ der Rohstoffproduktion bis zur „Bahre“ der Dissipation aller Emissionen und Abfälle) bewertet, wobei für die Abgrenzung der Systeme und die Aufteilung des Fußabdruckes auf Produkte und Nebenprodukte die Regeln der ISO Normen 14040 ff über Life Cycle Analysis Verwendung finden.

 

Mit Hilfe des ökologischen Fußabdrucks kann auch auf die Menge an CO2 geschlossen werden. Überschüssiges Kohlenstoffdioxid (CO2) wurde vor Jahrmillionen unter der Erdoberfläche eingeschlossen, wodurch geeignete Lebensbedingungen auf der Erde geschaffen wurden. Durch die Verwendung von Kohle, Erdöl und Erdgas wird dieses CO2 wieder in die Atmosphäre übergeführt und verändert so deren Zusammensetzung. CO2 befindet sich in einem globalen Kreislauf. Ein Teil wird von den Meeren aufgenommen und ein kleiner Teil davon wird von Meereslebewesen gebunden. Wenn diese absterben und zu Boden sinken, wird dieser Kohlenstoff wieder langfristig eingeschlossen. Da wir aber weit mehr Kohlenstoff in die Atmosphäre einbringen als wieder eingeschlossen werden kann, verändert die Menschheit die Atmosphäre und handelt somit nicht nachhaltig.

 

In der SPI-Berechnung wird diese Aufnahmefähigkeit der Meeresfläche über die Teilfläche für fossilen Kohlenstoff dargestellt. Wenn also 1 ha Meeresfläche rund 73 kg CO2 pro Jahr einschließen kann und eine Person beispielsweise 10.000 km pro Jahr mit dem Auto fährt (und dadurch rund 2.800 kg CO2 ausstößt; gesamter Lebenszyklus und Straßeninfrastruktur mit berücksichtigt), so bräuchte man für die Aufnahme dieser Art der Emission eine Flächen von rund 38 ha (oder 35 Fußballfelder), um die Atmosphäre nicht zu verändern. Zum Vergleich: nach der SPI®-Berechnung würden man in Österreich per Definition nachhaltig handeln, wenn pro Person nicht mehr als rund 6,6 ha (oder gut neun Fußballfelder) pro Jahr verbraucht werden.

 

Der Tourismusrechner fragt entlang von sieben Eingabebereichen die wesentlichen Merkmale ab, die für die Berechnung des Fußabdrucks benötigt werden. Hierzu zählen:

-          die Art des Urlaubs (Badeurlaub, Wellnessurlaub, Rundreise etc.)

-          der Start und das Ziel der Reise (Länder werden hierbei in Regionen zusammengefasst)

-          die Entfernungen der An- und Rückreise in Kilometer verteilt auf die gewählten Verkehrsmittel (Auto, Fahrrad, Flugzeug, Schiff etc.)

-          die Mobilität vor Ort verteilt auf die gewählten Verkehrsmittel (Auto, Fahrrad, Flugzeug, Schiff etc.)

-          die Aktivitäten vor Ort ohne Mobilität (Sauna, Golf, Therme etc.)

-          die Art der Unterkunft (Hotel in der jeweiligen Kategorie, Pension, Herberge etc.)

-          die Einordnung als Vegetarier oder Nicht-Vegetarier.

 

Um die den Fußabdruck möglichst vollständig abbilden zu können, werden auch Parameter wie etwa der Besetzungsgrad im gewählten Verkehrsmittel (z.B. Personen pro Auto), der Treibstoffverbrauch (l/100 km) und die Anzahl der Nächtigungen erfragt. Je nachdem von welchem Land in welche(s) Land/Länder die Reise führt, wird der entsprechende Strommix verwendet, da sich dieser erheblich unterscheiden kann und somit unterschiedlich starken Druck auf die Umwelt ausübt. Bei einem Stromanbieter, der hohe Anteile an erneuerbaren Energiequellen hat, verkleinert sich der Fußabdruck einer kWh entsprechend.

 

In der Ergebnisdarstellung werden fünf Kategorien ausgewiesen: An- und Rückreise, Unterkunft, Verpflegung, Mobilität vor Ort und Aktivitäten vor Ort (ohne Mobilität). Für diese Kategorien werden sowohl der Fußabdruck als auch die entsprechenden CO2 Emissionen ausgewiesen. In einem Diagramm wird ersichtlich, wie sich der Fußabdruck der Reise auf diese Kategorien verteilt und in welchem Bereich das größte Einsparungspotential liegt.

 

Die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks einer Reise soll eine Orientierungshilfe für umwelt- und verantwortungsbewussten Urlaub sein. Die zeigen, wie viel Fläche die Person mit ihrem Reiseverhalten in Anspruch nimmt und mit welchen CO2 Emissionen dieses Verhalten behaftet ist. Dabei liefert der Rechner einen unmittelbaren Vergleich zu einem Durchschnittswert, der auf statistischen Daten beruht, damit der User einschätzen kann, in welchem Bereich er sich mit seinem Urlaubsverhalten bewegt. Durch Veränderung der einzelnen Parameter, etwa des Mobilitätsverhaltens, kann schnell errechnet werden, welche Auswirkungen diese auf den Ökologischen Fußabdruck haben.

Lernziele
Ziel des Rechners ist es den Studierenden den ökologischen Druck von Freizeitaktivitäten nahe zu bringen.
Bezug zur Nachhaltigkeit
Der Tourismusrechner bietet die Möglichkeit, sowohl den eigenen Lebensstil zu hinterfragen (Reiseverhalten) als auch den Einfluss von Änderungen im Lebensstil abzuschätzen (z.B. 5 * Hotel versus private Übernachtungsmöglichkeit). Somit kann ein Betrag zu einem nachhaltigeren Lebensstil erkannt und auf die Erreichung dessen persönlich hingearbeitet werden. Durch die genaue Aufschlüsselung der Teilbereiche können Studierende sofort erkennen, wo bei einer Reise der größte ökologische Druck verursacht wird und somit Überlegungen anstellen in welcher Art dieser reduziert werden kann. Dies kann auch in transdisziplinären Praktika mit Stakeholdern aus dem Tourismusbereich genutzt werden um etwa den ökologischen Druck von Urlaubsangeboten zu bewerten.
Vorausgesetztes Wissen
Benötigt kein spezielles Vorwissen
Vorbereitungsaufwand
Niedrig
Zugang
Free
Quellen und Verweise






www.fussabdrucksrechner.at
Gefördert von
Gefördert vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Ausschreibung "Projekt MINT-Massenfächer" (2011/12)

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Autor

Prof. Michael Narodoslawsky

Kontakt

Michael Eder
michael.eder(at)tugraz.at
This teaching resource is allocated to following University:
TUG - Graz University of Technology
Datum:

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