>

Sustainicum Collection

Consus Qëllimi i projektit është të krijojë një rrjet rajonal shkencor-shoqëror për risitë e qëndrueshmërisë në Shqipëri e Kosovë me qëllim forcimin e lidhjes dhe bashkëpunimit të institucioneve në fushën e arsimit të lartë, kërkimit dhe praktikës.
Login

Resource facts

  • unter 5 Studierenden
  • 1 Vorlesungseinheit
  • Internet Verbindung erforderlich
  • English, German

Beschreibung
(als PDF)

Zusätzliche Anhänge

Storytelling(Resource ID: 17)

Geschichten können Wissen, Fakten, Erfahrungen und Werte vermitteln, zu kreativem und systemischem Denken anregen, Reflexion und Verhaltensänderungen fördern, unterhaltsam und motivierend sein. Geschichten, insbesondere wenn sie erzählt werden, kann man sich leichter merken, da dadurch Emotionen freigesetzt werden. Im Gegensatz zu analytisch-wissenschaftlichem Denken, welches auf Faktenwissen beruht, stehen bei Storytelling und narrativem Denken der Kontext, die Systemzusammenhänge, Sinn und Relevanz im Vordergrund. Geschichten beziehen den/die ZuhörerIn mit ein und regen dazu an, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Durch Storytelling soll das vermittelte Wissen leichter verstanden werden. Geschichten begleiten uns ein Leben lang und werden daher eher als informelles Lernen wahrgenommen, kommen aber auch im Bildungssystem und Wissensmanagement zum Einsatz. Gerade der informelle Charakter kann in der universitären Lehre eine Atmosphäre schaffen, in der kein Lerndruck besteht, aber unbewusst sehr wohl gelernt wird. Die Studierenden werden motiviert und im Zuhören wie auch im aktivem Erzählen geschult. Durch Hineinversetzen in die Geschichten werden Handlungsstrategien und vorausschauendes Denken gefördert. Insbesondere interkulturelle und intergenerationelle Themen können gut als Storytelling aufgearbeitet werden, da unterschiedliche Perspektiven und Gewohnheiten gut in Geschichten thematisiert werden können. Traditionelles und indigenes Wissen wird in erster Linie durch Storytelling weitergegeben.

Die Methode des Storytelling wird von Kleiner und Roth (1997, 1998) im Zusammenhang mit Erfahrungsgeschichten von Organisationen thematisiert (vgl. Reinmann-Rothmeier et al. 2000). Organisationen nutzen das Storytelling, um interne Entwicklungen sichtbar zu machen. Dabei werden MitarbeiterInnen und Stakeholder interviewt und, darauf aufbauend, eine ganzheitliche Geschichte entwickelt, die wiederum den interviewten Personen erzählt wird. So können Diskussion, Reflexion und Veränderungsprozesse angestoßen werden, was wiederum zu organisationalem Lernen führen kann. Die Organisation kann Lehren aus vergangenen Handlungen treffen und für zukünftige Entwicklungen lernen. Durch das Erzählen von Geschichten werden die Identität und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.

Im Folgenden werden sechs Stufen des Storytelling beschrieben (vgl. Reinmann-Rothmeier et al. 2000, S. 6-8), siehe Abbildung.

  1. Planen: Zweck und Umfang der Story werden in einem ersten Schritt festgelegt und eine Storyline entwickelt, um die sich die Geschichte inhaltlich dann aufbaut.
  2. Interviewen: Stakeholder und beteiligte Personen werden zu den Geschehnissen interviewt, die in der Story thematisiert werden sollen. Ereignisse und Entwicklungen werden dadurch reflektiert und aus verschiedenen Perspektiven beschrieben.
  3. Extrahieren: Die Aussagen aus den Interviews (und gegebenenfalls eigenständiger Recherchen) werden gefiltert und zu Kurzgeschichten zusammengefügt.
  4. Schreiben: Die Story wird geschrieben, dabei ist auf einen emotionsbetonten, spannenden Schreibstil zu achten, der jedoch Fakten und konkrete Sachverhalte gut wiedergibt. Beim Schreiben sollte auch die Zielgruppe der LeserInnen im Auge behalten werden.
  5. Validieren: Die interviewten bzw. betroffenen Personen haben die Möglichkeit die Geschichte zu lesen und gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen.
  6. Verbreiten: Die Story wird im Rahmen eines Workshops mit allen Beteiligten erzählt und dient folglich als Grundlage für weitere Diskussionen und Entwicklungsprozesse.

Abb.: Sechs Stufen des Storytelling (Reinmann-Rothmeier et al. 2000, S. 8)

Die Methode des Storytelling kann nicht nur für Entwicklungsprozesse in Organisationen eingesetzt werden, sondern sie eignet sich auch für die Darstellung komplexer Sachverhalte von vielfältigen Themengebieten.

Didaktische Beschreibung der Lehrmethode

Storytelling kann sowohl als Einzel-, Partner- wie auch als Gruppenarbeit durchgeführt werden – je nach Umfang der Themen und der zeitlichen Ressourcen. Eine Partner- oder Gruppenarbeit ist vorzuziehen, da die Studierenden in der Gruppe stärker reflektieren und ihre zwischenmenschliche Kompetenz schulen. Kleingruppen sollten jedoch nicht größer als fünf Studierende sein. Insgesamt ist die Zahl der Studierenden insofern begrenzt, als die Studierenden ihre entworfenen Stories in der Lehrveranstaltung auch erzählen sollen.

Ablauf:

Überlegen Sie sich Themen, anhand derer die Studierenden Geschichten entwerfen sollen. Mögliche Themen können z.B. konkrete Fallstudien und Fakten sein, die sie den Studierenden geben und die diese in eine Geschichte verpacken sollen. Dies kann in einer Einheit von 2-3 Stunden erfolgen.

Oder Sie geben Themengebiete vor und die Studierenden müssen die Inhalte eigenständig recherchieren und darauf eine Story aufbauen. Dafür sind mehrere Lehreinheiten bzw. freie Zeit für Recherchearbeiten notwendig. Themengebiete können z.B. Entwicklungsprozesse von Organisationen und NGOs sein, die Herausforderungen, Meilensteine und wichtige Entscheidungen beschreiben, welche durch Interviews verschiedener Stakeholder eruiert werden können. Dabei sollen die sechs Stufen des Storytellings (siehe Haupttext) berücksichtigt werden.

Im Anschluss erzählen die Studierenden ihre Geschichten in der Lehrveranstaltung.

Alternative Variante:

Nicht die Studierenden, sondern Sie als Lehrende/r entwickeln und erzählen im Unterricht Stories um den Studierenden komplexe Sachverhalte verständlicher zu vermitteln.

Notwendige Unterlagen/Materialien

Beurteilungsmethode „Rubric“ (siehe Anhang)

Typ der Lehrmethode
  • Diskussion/Debatte
Vorbereitung
Niedrig
Vorausgesetztes Wissen
Benötigt kein spezielles Vorwissen
Themen der Nachhaltigkeit
Eine Vielzahl an thematischen Inhalten ist für Storytelling möglich. Gut eignen sich komplexe Themen, die man greifbarer machen möchte – wie z.B. Klimawandel (durch reines Faktenwissen ist Klimawandel schwer vorstellbar, individuelle Lebensgeschichten von Betroffenen heben die komplexe Thematik auf eine emotionale Ebene und machen sie dadurch greifbarer), soziales Unternehmertum (mit welchen Herausforderungen werden soziale Unternehmer konfrontiert, welche wegweisenden Entscheidungen haben sie zu treffen, etc.), Entwicklungsprozesse von Organisationen, die Bedeutung von Biodiversität, Produktion und Konsum, traditionelles und indigenes Wissen, etc.
Stärken der Methode
- Anwendung von Storytelling, um komplexe Sachverhalte verständlich darzustellen
- Verständnis der Bedeutung von Geschichten und narrativem Denken
- Reflexion und systemische Sichtweise von komplexen Sachverhalten
Beurteilung / Evaluierung
Als Beurteilungsmethode wird eine „Rubric“ empfohlen, wo Sie als Lehrende/r verschiedene Kriterien entwickeln, die Sie bewerten möchten. Ein Vorschlag solch einer Rubric mit folgenden Kriterien findet sich im Anhang:

- Aufbereitung und Strukturierung der Story
- Recherche und Fakten
- Inhaltliche Relevanz
- Kreativität und Spannung
- Systemverständnis
- Mündliche Präsentation / Erzählung
- Teamarbeit.

Nach eigenem Ermessen können Sie weitere Beurteilungskriterien, die Ihnen wichtig erscheinen, hinzufügen.
Quellen und Verweise

UNESCO (2010) Teaching and Learning for a sustainable future – Storytelling, http://www.unesco.org/education/tlsf/mods/theme_d/mod21.html (Storytelling zu Bildung für nachhaltige Entwicklung)

Reinmann-Rothmeier, Gabi, Erlach, Christine und Neubauer, Andrea (2000) Erfahrungsgeschichten durch Story-Telling - eine multifunktionale Wissensmanagement-Methode, Forschungsbericht Nr. 127, Ludwig-Maximilians-Universität München, 28 S. (http://epub.ub.uni-muenchen.de/235/1/FB_127.pdf)

Methodenpool der Universität Köln (2012) Die Methode des Erzählens: http://methodenpool.uni-koeln.de/erzaehlung/frameset_erzaehlung.html (eine umfassende Beschreibung, Hintergründe und Anwendungen über das Erzählen)

Gefördert von
Gefördert vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Ausschreibung "Projekt MINT-Massenfächer" (2011/12)

Kommentare Kommentar verfassen

Autor

Mag. Marlene Mader

Kontakt

Mader Marlene
marlene.mader(at)outlook.com
This teaching resource is allocated to following University:
KFUG - Karl-Franzens-University Graz
Institution:
RCE Graz-Styria (KFU Graz)
Datum:

Lizenz

Creative Commons
BY

Typ

  • Diskussion/Debatte