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Consus Qëllimi i projektit është të krijojë një rrjet rajonal shkencor-shoqëror për risitë e qëndrueshmërisë në Shqipëri e Kosovë me qëllim forcimin e lidhjes dhe bashkëpunimit të institucioneve në fushën e arsimit të lartë, kërkimit dhe praktikës.
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Resource facts

  • 5 bis 10 Studierende
    mehr als 10 Studierende
  • Bis zu einem Semester
  • Internet Verbindung erforderlich
  • German

Beschreibung
(als PDF)

Zusätzliche Anhänge

Integrale Lehre(Resource ID: 35)

Eine zunehmend komplexer werdende Welt verlangt auch in der Lehre nach umfassenden und systemischen Aufgabenstellungen. Unsere konventionellen Lehrformate können in diesen Zusammenhängen oft nur zu unbefriedigenden Ergebnissen kommen. Mit der Integralen Lehre wird eine Lehrform entwickelt, die diesen Anforderungen gerecht wird.

Hintergrund

Ökologisches Bewusstsein ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nachhaltigkeit und Ökologie dringen mit wechselnder Ernsthaftigkeit in alle Bereiche unserer Alltagspraxis und Lebensumgebung vor. Unsere Umwelt ist jedoch überaus komplex und dynamisch – ökologische Zusammenhänge stehen in einem umfangreichen permanenten Wechselspiel unterschiedlichster Einflussfaktoren.

Bisherige Lehr- und Arbeitsweisen reduzieren bestehende Sachverhalte auf einzelne Teilaspekte. Häufig analysieren Einzelpersonen oder kleinere Gruppen Fragestellungen innerhalb enger Systemgrenzen. Selten können sie zu größeren Sachverhalten synthetisiert werden. Fachexperten und Wissensdisziplinen spezialisieren sich immer mehr. Die ganzheitliche Fragestellung gerät aus dem Blick – wird zur Aufgabe unbekannter Dritter. Unsere Umwelt verändert sich jedoch gerade aufgrund des permanenten Wechselspiels unterschiedlicher Systeme und Kreisläufe. Die meisten Umweltschäden und Fehlentwicklungen, denen wir heute versuchen entgegenzutreten, sind durch systemische Trennungen entstanden. Die Umweltfolgen lagen offenbar immer außerhalb der selbstgesetzten Systemgrenzen!

Integrale Lehre

Mit der Integralen Lehre wird eine Lehrform erarbeitet, die übergeordnete systemische Zusammenhänge in den Mittelpunkt einer gemeinsamen Bearbeitung rückt. Die analytische Arbeit wird temporär begrenzt und erfolgt in beständiger Rückkopplung mit den real zu erwartenden Zusammenhängen eines möglichen Gesamtsystems.

Teamplay

Dieser Anspruch erfordert eine zwingende Abkehr von etablierten Arbeitsweisen als Einzelpersonen oder Gruppen, hin zu offenen, vernetzten Teams. Alle notwendigen Kompetenzen sowie potentiell gegensätzliche Interessen sind im Team vertreten. In diesem Teamplay liegt der Schwerpunkt nicht mehr auf der umfassenden inhaltlichen Leistung einzelner oder kleiner Gruppen, sondern in der Organisation eines effektiven Teams zur Erreichung der Projektziele. Lehrende dürfen dabei keine Außenstehenden mehr sein, sondern müssen, wie die Studierenden, Bestandteil eines Teams werden und mit diesem gemeinsam am Ziel arbeiten.

 

Web 2.0 / Social Media

Seit Social Media-Dienste im Internet von einer breiten Nutzerschicht – mehr als zwei Dritteln der Nutzer zwischen 20 und 40 Jahren in Österreich – aktiv in die Alltagskommunikation eingebunden werden, bietet sich deren Einsatz als Kommunikationsplattform für Team-Arbeit an.

Der gezielte Einsatz einer solchen interaktiven Plattform (in diesem Fall Facebook) hat sich in der Praxis unerwartet erfolgreich bewährt. Social Media-Dienste sind, im Gegensatz zu herkömmlichen Arbeitsumgebungen im Internet, in ihrer Bedienung intuitiv und von der Mehrheit der Beteiligten längst akzeptiert. Sie sind umfangreich und beinhalten nahezu sämtliche Funktionen, die für die Teamarbeit notwendig sind - von Nachrichtenfunktionen über Datei-Uploads, Photoalben bis hin zu Gruppenkalendern. Technisch ausgereift funktionieren sie praktisch auf sämtlicher internetfähiger Hard- und Software, auch auf Telefonen.

Auf diese Weise können eigenständige „Arbeitsräume in der Cloud“ eingerichtet werden, die weitgehend auf formale Konventionen verzichten. Im Gegensatz zu E-Mails, die briefähnlich mit formaler Anrede, usw. an einen oder mehrere Empfänger geschickt und entsprechend beantwortet werden wollen, können kurze Kommentare (z.B. zu Bildern,...) oder Anfragen auf Plattformen wie Facebook formlos gestellt und beantwortet, oder auch nur als Abstimmung über ja/ nein oder „Like“ erledigt werden. Social Media-Dienste sind interaktive Kommunikationsplattformen im Gegensatz zu z.B. Blogs, deren Beiträge monologisch und in Autorschaft „veröffentlicht“ werden, also hauptsächlich einseitig funktionieren. 

Die Entscheidung für einen bestimmten interaktiven Kommunikationskanal ist dabei gleichzeitig eine Festlegung auf eine Vielzahl technischer Rahmenbedingungen und Standards, wie Interaktionsmöglichkeiten, Dateiformate, Dateigrößen oder Textlängen. Kompatibilitätsprobleme spielen im Arbeitsprozess keine Rolle mehr. Die meisten Social Media-Plattformen können außerdem u.a. chronologisch strukturiert werden und somit bedingt Protokoll-Funktionen übernehmen.

Externe Experten

Externe Experten – Fachexperten und lokale Akteure – spielen eine zentrale Rolle für die Integrale Lehre, stellen sie doch wichtige Realitätsbezüge her. Im Teamplay sollen sie, wenn auch nur für kurze Zeit, integrierte und gleichwertige Mitglieder – Teamplayer – werden. Ihre Meinungen, Hinweise und Bedenken müssen gleichberechtigt neben anderen Positionen im Team Eingang finden und damit auch diskutabel und veränderbar sein. Externe Experten sollen aktiv am Gestaltungsprozess teilnehmen und nicht als Außenstehende Kritik üben.

Ergebnisse

Als Arbeitsresultat des Integralen Lehrmodells entstehen je Team ein einziges gesamtsystemisches Modell, ein umfassender Entwurf, bzw. ein detailliertes, vielschichtiges Szenario. Es soll ausdrücklich verhindert werden, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeiten entsteht, denen es an notwendiger Komplexität mangelt.

Problempotenzial

Die Integrale Lehrform ist über mehrere Jahre entstanden und hat sich in der hier beschriebenen Herangehensweise bewährt. Entscheidend für den Erfolg des Teamplay ist – viel stärker als bei anderen Unterrichtsformen – die konsequente Einhaltung der Spielregeln. Die Lehrperson wird als entschlossener Moderator und Schiedsrichter gefordert. Sie muss ggf. auch Teamplayer zügig ausschließen können, da mangelnde Motivation und Fehlverhalten einzelner Spieler die gesamte Teamarbeit nachhaltig schädigt. Die „Durchfallquote“ ist entsprechend höher, als bei anderen Lehrformen – „schlecht bestehen“ ist praktisch unmöglich.

Typ der Lehrmethode
  • Simulation
Vorbereitung
Niedrig
Vorausgesetztes Wissen
Benötigt kein spezielles Vorwissen
Stärken der Methode
Systemische Zusammenhänge unserer Lebensumwelt erkennen und lernen, sie gemeinsam zu verbessern
Beurteilung / Evaluierung
Entscheidend für den Erfolg des Teamplay ist – viel stärker als bei anderen Unterrichtsformen – die konsequente Einhaltung der Spielregeln. Die Lehrperson wird als entschlossener Moderator und Schiedsrichter gefordert. Sie muss ggf. auch Teamplayer zügig ausschließen können, da mangelnde Motivation und Fehlverhalten einzelner Spieler die gesamte Teamarbeit nachhaltig schädigt. Die „Durchfallquote“ ist entsprechend höher, als bei anderen Lehrformen – „schlecht bestehen“ ist praktisch unmöglich.
Gefördert von
Gefördert vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Ausschreibung "Projekt MINT-Massenfächer" (2011/12)

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Autor

Bernhard König

Kontakt

König Bernhard
bernhard.koenig(at)tugraz.at
This teaching resource is allocated to following University:
TUG - Graz University of Technology
Institution:
Institute for Architecture and Landscape (TU Graz)
Datum:

Lizenz

Creative Commons
BY-NC-ND

Typ

  • Simulation